Netzwerk Essstörungen Lüneburg

Essstörungen

Auffälligkeiten im Essverhalten können verschiedene Ursachen haben. Essstörungen sind heute kein ausschließliches Frauenproblem mehr, auch Jungen und Männer sind in unserer Gesellschaft, die sich zunehmend von Äußerlichkeiten leiten lässt, gefährdet.

Psychotherapie wird erforderlich, wenn der Leidensdruck so groß ist, dass der Mensch sein Leben nicht mehr unbeschwert meistern kann.
In Einzel- oder Gruppentherapie kann erarbeitet werden, an welchem Punkt die Essstörung eingesetzt hat und welche besondere Bedeutung sie im Leben einnimmt. Schritt für Schritt sollen Zusammenhänge hergestellt werden, um zu verstehen, was stattdessen in einem zufriedenen Leben Platz bekommen soll und wie dies zu verwirklichen ist.

In der Beratung und Einbeziehung von Angehörigen geht es darum, die Dynamik, die im Kontakt mit der/dem Betroffenen entstanden ist, anzuschauen. Welche Bedeutung hat die Symptomatik im Familiengefüge? Welches Verhalten Einzelner nützt dem Gesundungsprozess der Betroffenen? Wie können alle wieder miteinander ins Gespräch kommen?

In der Behandlung von Menschen mit Essstörungen hat sich die Gruppentherapie oder die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe besonders bewährt. Für manche ist es die erste Möglichkeit, mit anderen Betroffenen über das empfundene Leid zu sprechen. Die gegenseitige Akzeptanz und Unterstützung in dem gemeinsamen Therapieprozess fördert das Selbstbewusstsein und ermutigt zu neuen Verhaltensweisen.

Die Ursachen einer Essstörung sind meist nicht bewusst und müssen mit Geduld aufgespürt werden.
Oft sind es unbewusste und unbewältigte Konflikte, verschüttete seelische Verletztungen aus der Kindheit oder emotionale Mangelzustände, die erst Jahre später im Alltag spürbar werden.

Die Bewältigung des Alltags erscheint immer beschwerlicher, körperliche Beschwerden stellen sich ein und Symptome wie z.B. psychosomatische Beschwerden, Essstörungen, Sucht, Depressionen, Ängste und Zwangsgedanken werden spürbar.

Wir unterscheiden bei Essstörungen zwischen der

Als Essstörung bezeichnet man eine seelische bzw. psychische Verhaltensstörung, in der sich ein auffälliges Essverhalten manifestiert, mit oft ernsthaften und langfristigen Gesundheitsschäden. Im Vordergrund steht die ständige gedankliche und emotionale Beschäftigung mit dem Thema "Essen". Dies betrifft die Nahrungsaufnahme oder deren Verweigerung.

Eine Essstörung wird subjektiv als immenses Leid empfunden und gleichzeitig halten Betroffene massiv an der Aufrechterhaltung der Essstörung fest. Treten andere Störungen begleitend auf, z.B. Suchterkrankungen, so scheinen diese manchmal leichter zu behandeln. In der Regel wird sich dann bei vorhandener Abstinenz die Essstörung verstärken, was das empfundene Leid für die Betroffenen unglaublich erhöht. Der Wunsch nach dem zurückgreifen auf die alten Lösungsstrategien wird somit nachvollziehbar.

Menschen mit Essstörungen haben in vielen Fällen einen langen Behandlungsweg vor sich. Nahezu jeder Frau mit Essstörungen ist das Wechselbad von Diäten, übermäßig viel essen und auch hungern bekannt. Mädchen und Frauen mit Anorexie verändern ihr Essverhalten häufig in eine Bulimie.
Essstörungen treten auch gemeinsam mit anderen Erkrankungen auf, wie z.B.: Depressionen, massiven sozialen Ängsten, Ängsten und Zwängen, selbstverletzendem Verhalten und Suchterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, wie der Borderline-Erkrankung.