Netzwerk Essstörungen Lüneburg

Behandlungsmöglichkeiten

Betroffene suchen oft mit Angehörigen die Beratung auf. Obwohl es sehr wichtig ist, darauf hin zu weisen, dass die Betroffene selbst Hilfe wollen muss, ist die Einbeziehung von Angehörigen sehr sinnvoll. Dies gilt insbesondere für Jugendliche, die bei ihren Eltern leben.

In der Beratung sollten:

Dabei ist jeweils der Wunsch der Klientin zu berücksichtigen und auch die Grenzen sind klar zu verdeutlichen.

Klinikaufenthalte können kurzfristig als Akutbehandlung oder auch langfristig als ca. dreimonatige Rehabilitation beantragt werden.

In der Regel arbeiten Kliniken verhaltens- und tiefenpsychologisch orientiert, mit ergänzenden Angeboten im Bereich der Ergotherapie, Ernährungsberatung, Körpertherapie uvm.

Ziele der Klinikaufenthalte sind:

Wohngruppen für Mädchen und junge Frauen sind gerade dann sinnvoll, wenn das Zurückkehren in die häusliche Situation die Krankheit erneut verstärken würde. Sie stellen auch als teilstationären Rahmen eine größere Unterstützung und breitere Behandlungsmöglichkeiten als ambulante Hilfen dar. Dabei unterscheiden sich die Wohngruppen in ihren Angeboten und Regelungen.

Nach Klinikaufenthalten und bei Essstörungen, die ambulant behandelt werden können, werden ambulante Psychotherapien empfohlen.

In der ambulanten Therapie ist bei anorektischen Klientinnen immer das Gewicht im Auge zu behalten und inwieweit eine Zusammenarbeit im Sinne von Übernahme der Verantwortung für das Setting möglich ist. Die gute Zusammenarbeit mit Ärzten macht hier Sinn, ebenso wie der Kontakt zur Ernährungsberatung. Auch wird mit der Klientin ein Krisenplan erstellt.

Ziele einer ambulanten Therapie sind:

Die therapeutische Beziehung und auch der geschützte Rahmen der Gruppentherapie bieten erste positive Erfahrungen im Kontakt mit anderen Menschen, und das erleben von Vertrauen. Hier können oft erstmals eigene Gefühle und Bedürfnisse benannt und ausgetauscht sowie Unterschiede heraus gearbeitet werden. Das Abstimmen unterschiedlicher Wahrnehmungen ermöglicht Auseinandersetzungen, auch erste Erfahrungen des "aufeinander böse seins und dennoch geht die Welt nicht unter".

Positive Erfahrungen verstärken oft das bereits im Kopf verstandene. Endlich wird für die Betroffenen wirklich verstehbar, wie sich die erdachte Veränderung gelebt anfühlt. Dies macht Mut, sich auch außerhalb des geschützten Rahmens auszuprobieren.